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Mit dem Mountainbike vom Zillertal zum Monte Grappa

Mit dem Mountainbike vom Zillertal zum Monte Grappa

        

        
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Auch in diesem Jahr waren wieder einige Sportler aus Weidenthal und Frankenstein mit dem Mountainbike unterwegs. Silke und Steffen Schlegel (Weidenthal), Heribert Stuckert, Adele und Heinrich Eichert (Frankenstein), sowie aus Göllheim Carolin und Sascha Graf und Uwe Meyer aus Enkenbach wählten die Route vom Zillertal nach Bassano del Grappa.

Die erste Etappe begann in Uderns im Zillertal. Bis Mayrhofen war lockeres Warmfahren angesagt. Dann baute sich der Alpenhauptkamm auf. Über 3000m hoch sind hier die höchsten Gipfel. Das Pfitscherjoch ist einer der wenigen Übergänge in den Zillertaler Alpen, die mit dem Bike gut machbar sind. Auf Wegen und Trails wurde nach etwa 1200 Höhenmetern der Schleigeisspeicher erreicht. Gletscher spiegeln sich im See und ganz im Hintergrund erkennt man schon das Pfitscherjochhaus. Nach ausgiebiger Rast auf der Domenikus Hütte ging es entlang eines Wildbachs weiter bergauf. Teilweise mussten wir jetzt auch schieben. Die Passhöhe ist gleichzeitig die Landesgrenze zu Italien. Auf dem Gipfel konnten wir das fantastische Bergpanorama bei einem echten italienischen Cappuccino genießen. Auch die Abfahrt ins Pfitschertal bot wunderschöne Ausblicke. Am Abend standen 72 Kilometer und 1800 Höhenmeter auf dem Tacho.

Der zweite Tag begann mit einem steilen Anstieg zum Pfunderer Joch. Ein wunderschönes Tal, absolute Ruhe, nur die Murmeltiere beschwerten sich pfeifend über die Eindringlinge. Es ging zackig bergauf und auch die starken Fahrer stiegen das letzte Stück aus dem Sattel. Nach einer abenteuerlichen Flussdurchquerung standen wir oben und hatten auf 2568 m den höchsten Punkt unserer Transalp erreicht. Die Liebhaber von Singletrails kamen bei der Abfahrt voll auf ihre Kosten. Etappenziel war Montal im Pustertal.

Der nächste Tage führte uns auf Nebenstraßen nach St. Vigil. Dort begann die Auffahrt zum Gipfel der Kreuzspitze. Das Gipfelkreuz ist ein obligatorischer Fotostopp mit tollen Ausblicken ins Tal und auf die Puez- und Geislergruppe. Aber das Highlight des Tages kam noch: Nach einem Schiebestück erreichten wir die idyllisch gelegene Heiligkreuz-Hütte mit Wallfahrtskirche. Tolle Ausblicke in die Dolomiten entschädigten für den langen, Kräfte zehrenden Aufstieg. Dann kam ein schöner und anspruchsvoller Trail. Er verläuft unterhalb der Wände der Heiligkreuzkofel Gruppe bis fast zum Hotel.

Danach standen die Dolomitenpässe Valparola und Falzarego auf dem Programm. Hier oben verlief im 1. Weltkrieg die Frontlinie. Die Berge sind durchzogen von Stollen und Wegen. Im Südwesten sieht man die Gletscher der Marmolada und zur anderen Seite bereits die „Cinque Torri“. Diese weißen Felstürme und die oberhalb gelegene Averau Hütte waren unser nächstes Ziel. Nach steiler Auffahrt und finalem Schiebestück hatten wir es geschafft. Ein grandioses Dolomitenpanorama erwartete uns. Die anschließende Singletrail-Abfahrt auf der „Strada della Vena“ wird zurecht als einer der Traumtrails in den Alpen beschrieben! Alleghe, unser Übernachtungsort, liegt malerisch an einem Gebirgssee unterhalb der mächtigen Felswand der Civetta.

So langsam näherten wir uns unserem Ziel. Auf kleinen Nebenstraßen fuhren wir durch das einsame Val di Mis, entlang des grün schimmernden Sees, durch Felsschluchten und verschlafene Dörfer bis wir in die Ebene des Piave Flusses gelangten. Das venezianisch geprägte Stadtbild von Feltre mit seinen Villen und Gärten ist so ganz anders als die Dörfer in den nördlichen Dolomiten.

Der Monte Grappa ist der letzte Berg der Alpen, bevor die venezianische Tiefebene beginnt. Auch er war im ersten Weltkrieg hart umkämpft und es gibt daher unzählige Wege in allen Schwierigkeitsstufen, um nach unten zu gelangen. Aber bevor wir uns Gedanken über die Abfahrtsvariante machen konnten, mussten wir erst einmal die 1600 Höhenmeter nach oben kurbeln. Am Gipfelmonument erwartete uns ein umwerfendes Rundum-Panorama. Man konnte fast das Meer in der Ferne erkennen. Die Abfahrt hinunter nach Bassano di Grappa war der krönende Abschluss der Tour. Es war geschafft! Die Alpen lagen hinter uns!

Den Aufenthalt in Bassano nutzten wir noch zu einem Ausflug (mit dem Rad natürlich) zum herrlich gelegenen Lago di Corlo. Nach dieser Wochen hatten wir 400 Kilometer und 10.000 Höhenmeter bewältigt. Einhellige Meinung aller Teilnehmer: Im nächsten Jahr sind wir wieder unterwegs.

 

von Heinrich Eichert

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