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2. Historischer Umzug der Waldarbeiter und Arbeitspferde

2. Historischer Umzug der Waldarbeiter und Arbeitspferde

        

        

        

        

        

        

        

        

        

  

              
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Unter dem Motto „Und sie tun es wieder“ wagten die Organisatoren Susanne Seibt, Uwe Faß, Philipp Fuchs und Steffen Wenz am vergangenen Wochenende eine Neuauflage des historischen Umzuges der Waldarbeiter und Arbeitspferde. Und genauso wie beim ersten Mal vor zwei Jahren wurden sie belohnt mit einem riesigen Besucherandrang am Sonntagmittag, sehr gut organisierten ortsansässigen Vereinen, Gastronomie und Institutionen die für die Bewirtung sorgten, gut gelaunten Umzugsteilnehmer und vor allen Dingen prächtigen Kaltblutpferden, die reine Augenweiden waren. Auch das Wetter spielte während des Umzuges mit und zeigte sich nach ansonsten verregneten Einlagen von seiner besten Seite. Neu war, dass das Fest auf zwei Tage ausgedehnt wurde und am Samstagabend die Band „Die anonyme Giddarischde“ im Festzelt für grandiose Stimmung sorgte.

Schon am Samstagmittag waren die Verkaufs-und Infostände rund ums Thema Waldarbeit und Arbeitspferde geöffnet und gaben Einblicke in die Arbeit um und mit den Pferden. Im Haus der Wald- und Forstgeschichte „Alte Samenklenge“ entführte Linda Turner die Besucher in die schwere Arbeit der Waldarbeiter und -rinnen sowie in das ärmliche Leben ihrer Familien.  Die Gästeführer aus der Südwestpfalz stellten darüber hinaus Berufe vor, die unsere Vorfahren ausübten und die das Leben in der Waldregion prägten. Da gab es die Harzkrämerin, die Frau des Glashändlers, den Trifter und den Köhler. Darüber hinaus aber auch den edlen Mann, der alles überwachte und in den Dienst mit der Waffe einwies. Im kleinen Handwerkermarkt verkauften Künstler filigrane Drechslerarbeiten, moderne  Holzarbeiten und archäologische Nachbauten von Messer, Schwertern und Äxten. Die Schönheiten der Heimat, eingefangen auf Fotopapier und Leinwand gab es dabei ebenso wie Obst und Gemüse aus der Region. Das Dorf Elmstein mit all seinen Facetten konnte mit einer Kutsche oder im Planwagen erkundet werden. Dazu spannten angereiste Fuhrleute ihre Pferde ein und zogen durch das Dorf. Wer es etwas moderner bevorzugte, der ließ sich mit einem Lanz-Bulldog schaufieren. Schon der typische Klang dieser Motoren versetzte in Nostalgiestimmung. Der Höhepunkt am Samstag war aber ohne Zweifel das Konzert mit den „Anonyme Giddarischde“ aus Frankenthal. Die Band, die mit dem „Kuckucksbähnel“ anreiste, spielte im Festzelt zünftig auf und unterhielt mit fetzigen Pfälzer Liedern in Mundart. Bei der bekannten „Lewwerworscht“ und dem „Pfalzlied“ hielt es keinen mehr auf den Plätzen.

     
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Flott ging es am Sonntagmorgen weiter. Zum Frühschoppenkonzert lud die TC Big Band Haßloch ins Festzelt ein und auch die Aussteller öffneten ihre Stände. Rinderkeule und Wildschwein brutzelten über offenem Feuer und der verführerische Duft lud zum Verweilen ein. Aber nicht nur im Festzelt durfte und konnte geschlemmt werden, sondern fast alle Vereine und Institutionen boten kulinarische Genüsse. Ob „Keschdebratwurst, Erbsensuppe, Saumagenburger oder „oigscherrter“ Braten – für jeden war etwas dabei.
Neben den Darbietungen und Vorstellungen vom Vortag öffnete auch die Wappenschmiede ihre Tür. Die Schmiedegesellen wurden nicht müde den vielen Besuchern die Schmiede zu erklären und zusammen mit ihnen Nägel und schmuckvolle Anhänger zu fertigen. Die gewaltigen wuchtigen Hämmer,  die von Wasserkraft betrieben das glühende Eisen bearbeiteten, ratterten dabei unermüdlich im Hintergrund.

Das größte Highlight des Tages war allerdings der Umzug, der sich am Mittag durch die Straßen von Elmstein wälzte. Wieder einige tausend Gäste standen an der Umzugsstrecke und bewunderten die große farbenprächtige Parade. In diesem waren neben den bekannten Akteuren vor zwei Jahren auch viele neue Teilnehmer zu sehen. Großen Beifall ernteten die Fußgruppen die in Arbeitstracht und Kittelschürzen auf die einfache und arme Lebensart der Bevölkerung in der Vergangenheit hinwiesen. Einige von ihnen zogen Leiterwagen oder fuhren Schubkarren – traditionelle Transportmittel „anno dazumal“ – schwer beladen mit  Arbeitsgeräten, Äxten, Körben, Milch- oder Essenskännchen. Wie es in der armen Zeit zuging als alles Verwertbare aus dem Wald heim geholt wurde, demonstrierte eine große Abordnung aus der Hasselbachstraße. Die Männer zogen schwere Wägen mit Holz und die Frauen trugen Laub, Streu und Scheite auf ihren Köpfen. Da es aber verboten ist Waldgüter zu entwenden, ging vorweg der Förster mit Hund, der die „Diebe“ ins Buch aufschrieb.  Die Kinder der Kindertagesstätten gaben ein lustiges Stelldichein als Wald- und Wiesentiere. Die Dorfbühne Iggelbach fuhr den „Mischd“ aus und die Mädchen und –Buben vom VfL Elmstein gingen ihrer Tätigkeit im Wald nach. Eine große Gruppe von Pfälzer Zughunden ergänzte den bunten Reigen. Besonderes Augenmerk erregten aber die vielen Kaltblutpferde. Sie beindruckten durch ihre stattliche Größe und ihre Körperkraft. Dabei zogen sie Kutschen und schweres Gerät. Zum Teil weit angereist kamen der französische Comtois,  die Noriker aus Bayern und Österreich, das Süddeutsche Kaltblut, die englischstämmigen Shire Horse und die Schwarzwälder Füchse sowie die Niederländischen Kaltblüter „Rocky und Bert“. Ebenso die Ardenner  aus Luxemburg und Belgien, das Rheinisch-Deutsche Kaltblut und die schwarzen Brabanter. Allen war es anzusehen, dass in ihnen ein unglaubliches Potential an Zugkraft steckt und sie allen Herausforderungen für schwere Transportarbeit in unwegsamem Gelände gewachsen sind. Musikalisch gestaltet wurde der Zug von den Jagdhornbläsern Elmsteiner Tal, dem Musikverein Elmstein, dem Otterberger Musikverein und der Oberrheinischen Blues Gesellschaft. Bunte Waldgeister überwachten das ganze Geschehen und hielten ihre Hände schützend über die Teilnehmer und Gäste.

Der Ort Elmstein mit seinen Annexen gab alles, um auch in diesem Jahr den historischen Umzug der Waldarbeiter und Arbeitspferde und das dazugehörende Dorffest zu etwas ganz Besonderem werden zu lassen. Egal ob dabei die Bewirtung übernommen wurde oder die Teilnahme am Umzug. Ein jeder brachte sich ein und sorgte dafür, dass die vielen Besucher nicht enttäuscht wurden. Überwiegend positive Resonanz war aus den Reihen zu hören und immer wieder ein „Hoffentlich war es nicht das letzte Mal“. Für das sehr gute Gelingen trugen auch die Feuerwehren aus den Talgemeinden bei, die den Verkehr regelten.

 

von Yvonne Faß
Fotos Harald und Tanja König, Yvonne Faß, Karin Petry, Wolfgang Ross

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