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Gerhard Braun mit Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet

40 Jahre für Deutschen Wetterdienst in Lambrecht die Natur beobachtet

Gerhard Braun, Forstamtmann a. D., wurde am 19.10.2017 für die langjährige ehrenamtliche Mitarbeit im phänologischen Beobachtungsdienst des Deutschen Wetterdienstes (DWD) geehrt. Für diese ehrenamtliche Tätigkeit verlieh ihm der Bundespräsident eine Urkunde und die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland in Anerkennung wertvoller Mitarbeit und besonderer Leistungen für die Meteorologie.

Die Auszeichnung wurde in einer kleinen Feierstunde im Lambrechter Zunfthaus von Saskia Pietzsch, von der Abteilung Agrarmeteorologie des Deutschen Wetterdienstes, überreicht. Gerhard Braun arbeitet seit 1976 als phänologischer Beobachter in Lambrecht für den DWD. In diesem langen Zeitraum, berichtet Saskia Pietzsch,  hat er mit viel Idealismus und Engagement 2267 Beobachtungsdaten notiert und an den Wetterdienst gemeldet.

Der Deutsche Wetterdienst unterhält ein phänologisches Beobachtungsnetz mit ca. 1200 ehrenamtlichen Beobachtern im gesamten Bundesgebiet. Zusammen mit den 45 hauptamtlichen Stationen des DWD wird dadurch unter anderem die wetterdienstliche Beratung der Landwirtschaft sicher¬gestellt. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter des DWD beobachten die Entwicklung von wild wachsenden Pflanzen und Kulturpflanzen im Jahresablauf. Dies beginnt mit der Blüte der Haselnuss im Vorfrühling und endet mit dem Nadelfall der Lärche im Spätherbst. Das phänologische Beobachtungsprogramm umfasst 48 verschiedene Pflanzen. Insgesamt können in einem Jahr 168 Beobachtungen notiert und zum Jahresende an den DWD geschickt werden.

In den letzten Jahren ist das Interesse breiter Bevölkerungsschichten und der Medien an Umweltproblemen stärker geworden. Lange bevor die Klimadiskussion in Gang kam, begannen freiwillige Helfer des Deutschen Wetterdienstes – die phänologischen Beobachter – die Auswirkungen des Klimas auf die Pflanzenentwicklung in der freien Natur zu beobachten und aufzuzeichnen. Da die Entwicklung der Pflanzen maßgeblich vom Klima gesteuert wird, lassen sich Klimaveränderungen anhand langer Datenreihen sehr gut erkennen. So beginnt z.B. der Frühling seit Ende der 80er Jahre häufig früher und die Winter werden wärmer. Dies kann man auch an den von Herrn Braun beobachteten Daten sehen.

Neben der Klimaforschung ist die Landwirtschaft naturgemäß der Hauptnutznießer der phänologischen Beobachtungen. So werden mit Hilfe phänologischer Daten Modelle entwickelt, die den Verlauf von Pflanzenkrankheiten und –schädlingen vorhersagen. Diese agrarmeteorologischen Prognosen sind eine wichtige Beratungshilfe im Rahmen des umwelt¬schonenden Pflanzenbaus. Sie sollen verhindern, dass unsere Umwelt unnötig mit Pflanzenschutzmitteln belastet wird. Mit Hilfe phänologischer Daten werden noch viele weitere Prognosen erstellt. So gibt es z.B. spezielle Blühvorhersagen für Imker und Allergiker.

Als Erster ins Goldene Buch der Stadt eingetragen

Stadtbürgermeister Karl-Günter Müller ist stolz auf das Geleistete von Gerhard Braun, der Jahrzehnte lang Förster im Klosterwald war. Sein Beruf war für ihn eine Berufung. Die Liebe zur Natur und das große Fachwissen gab er gerne weiter, besonders an Kinder und Jugendliche.  Müller erinnerte an die Kita-Waldwochen, wo er die Natur beschrieb, die Baumvielfalt und die Früchte des Waldes zeigte. Auch die großen und kleinen Tiere des Waldes hatten stets ihren Platz in seinen Führungen.

Seine 40 jährige ehrenamtliche Tätigkeit soll auch von der Stadt geehrt werden, so Müller weiter, mit dem ersten Eintrag in das Goldene Buch der Stadt.

Musikalisch umrahmt wurde die Feier mit dem Lied „Ein bunter Regenbogen zeigt sich am Himmel oben“, gesungen von Kindern des evangelischen Kindergartens.

 

 

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