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Preisgekrönte Whiskys aus Bad Dürkheim

Saillt Mór – ein ausgezeichnetes „Wasser des Lebens“

Der Glencairn Whisky-Club aus Weidenthal gönnte sich einmal mehr was ganz Besonderes. Eingeladen von Ralf Hauer, dem umtriebigen Winzer und Brenner aus der Kreisstadt, folgten 14 Whiskyfreunde seinem Ruf und waren durchweg begeistert von dem was sie da so alles geboten bekamen.

Der Brennmeister stellte zunächst sich und seine Whiskys vor, wobei gleich auch drei tolle Tröpfchen auf die interessierten Gäste warteten. Darunter die dritte Version des Saillt Mór Whiskys aus der Pfalz. Dabei waren nicht wie allgemein üblich Bourbon-Fässer im Einsatz, sondern nach Hauers Vorstellungen aus pfälzischer Traubeneiche (auch Wintereiche genannt) individuell aufgebaute Fässer. Gemeinsam mit dem erfahrenen Küfermeister Michael Gieß, ebenfalls aus dem Kurort stammend, wurde das Eichenholz in der Region Johanniskreuz ausgesucht. Man entschied sich für ein sehr langes Toasten der Fässer über Eichenholzfeuer, das den an sich schon voluminösen Geschmack des Whiskys noch verstärkt.

Der dreijährige Single Malt „Pfälzer Eiche 2013“ wurde mit Wasser aus einer geheimen Quelle des Pfälzer (Dürkheimer) Waldes auf 46 % vol. Trinkstärke reduziert und ist nicht mit Zuckerkulör gefärbt. Hauer möchte einen natürlichen Whisky. Dazu gehört auch, dass die selbst ausgesuchte und gemälzte Gerste in Ludwigshafen von erfahrenen Braumeistern der Traditionsbrauerei Mayer geläutert und zu Bier – die Schotten nennen es Wash – bis zu einer Alkoholstärke von 9 % Vol. weiterverarbeitet wird. Diese Verfahrensweise wird bis auf die Auswahl der Fasshölzer bei allen Saillt Mór-Whiskys so angewendet.

Das Ergebnis sind grandiose Whiskys, wenn auch noch jung an Jahren. Mit großer Freude berichtet Ralf Hauer auch von der Aufnahme seiner Spezialitäten in die „Whisky Bible“ des schottischen Whisky-Papstes Jim Murray. Da haben seine „Wasser des Lebens“ schon bis zu 94 von möglichen 100 Punkten erhalten. Beschrieben wird da der Saillt Mór als „der schottischste unter den europäischen Malts“. Wenn das mal keine Auszeichnung ist.

Neben der Abfindungsbrennerei, in der Hauer seit Jahren sehr erfolgreich Obstbrände destilliert, wurde eine neue und moderne Verschlussbrennerei errichtet, die seit September 2012 Getreide destillieren darf. Die Geburtsstunde des Dürkheimer Whiskys sozusagen. Die Anlage stammt von der Kothe-Destillationstechnik aus Eislingen und ist vom Feinsten. Kein Computer bestimmt hier wo es lang geht, sondern alles läuft nur durch die sehr zeitaufwendige Handarbeit des Meisters persönlich. Die Rohbrandblase hat ein Volumen von 400 l, die Feinbrandblase von 150 l. Die Jahresproduktion an Whisky beträgt etwa 4.300 l in Fassfüllstärke. Bei der Führung konnte man gut erkennen, wie viel Herzblut Ralf Hauer in die Herstellung seiner Whiskys steckt.

Dies gilt natürlich auch für sein umfangreiches Fasslager. Zahlreiche Schätze lagern in den Katakomben. In den Kellern von Saillt Mór schlummern derzeit Whiskys in 65 Fässern, darunter beste first-fill Heaven Hill Casks, sowie frische Portwein- und Sherry-Fässer (Oloroso und Pedro Ximenez) aus berühmten Bodegas. Ein paar Fassproben zeigten die ganze Palette des Hauerschen Angebotes. Darunter auch ein paar jungfräuliche Spirituosen, die sich, da noch keine drei Jahre alt, nicht Whisky nennen dürfen. Sogenannte New Makes.

Zum Schluss wurden dann nochmals drei weitere ausgewählte Saillt Mór verkostet. Grandioses Finish zum Schluss, der gerade auf den Markt gekommene „Peated 2013“, mit starken 59,8 % vol. Alkohol. Whow, kann man da nur sagen und Ralf Hauer zu seiner besonderen Destillerie und ihren wahrhaft ausgezeichneten Whiskys gratulieren.

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