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Ein Quantensprung für die Esthaler Wehr

Übergabe neues Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF - W)

Ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug – Wasser (TSF-W) wurde am Sonntagmorgen offiziell an die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Esthal übergeben.

Verbandsbürgermeister Manfred Kirr lobte in seiner Begrüßung vor zahlreichen Gäste aus Politik, den Vertretern der Feuerwehren des Landkreises Bad Dürkheim und der Verbandsgemeinde Lambrecht, sowie des DRK Ortsverbandes Lambrecht, das große ehrenamtliche Engagement der Freiwilligen Feuerwehren, die stets für die Allgemeinheit da sind – 24 Stunden – rund um die Uhr. Das erfordert aber auch ein Mindestmaß an technischer Ausstattung und entsprechenden Fahrzeugen.

Für die Ersatzbeschaffung des 25 Jahre alten Tragkraftspritzenfahrzeuges ohne Wasser für die Esthaler Wehr wurde bereits 2012 ein entsprechender Zuschussantrag gestellt, im Wissen, dass eine Bewilligung mehrere Jahre dauern kann. Erfreulicher Weise, so Kirr in seinen Ausführen weiter, kam bereits im Frühjahr 2016 die vorzeitige Zusage für die Fahrzeugbeschaffung.

Für die Planung der Ausschreibung des neuen Feuerwehrfahrzeuges wurde das Ingenieurbüro Thomas Zawadke aus Neu-Ulm beauftragt, das sich auch um die Baubetreuung kümmerte. Gemeinsam mit der Wehrleitung, der Esthaler Feuerwehr und einem Projektteam wurden die  technischen Auslegungen und die Konzepterstellung erarbeitet.

Den Zuschlag für den Bau des Fahrzeuges erhielt  die Firma Thoma WISS GmbH und Co. KG Feuerwehrfahrzeuge aus Herbolzheim.

Die Kosten für das neue TSF – W bezifferte Kirr auf rund 163 000 Euro.  Das Kostenaufteilungsverhältnis zwischen Land und Kommunen sind in der Regel 40/60. Hier sieht Kirr aber eine Diskrepanz. Der zugesagte Landeszuschuss beträgt lediglich 37 000 Euro. Auch erwartet Kirr erst 2019 die Zuschussgelder vom Land. Bis dahin wird der Zuschuss von der Verbandsgemeindekasse vorfinanziert.

Manfred Kirr erinnerte auch an die enorme Leistung der Esthaler Feuerwehr beim Bau des Anbaus an das vorhandene Feuerwehrgerätehaus für das neue Fahrzeug. Durch die erbrachte Eigenleistung konnten erhebliche finanzielle Mittel gespart werden.

Mit dem neuen Gebäude und dem neuen Fahrzeug sieht Kirr die Feuerwehr Esthal für die nächsten Jahre gut aufgestellt.

Wehrleiter Frank Flockerzi hatte eine gute Nachricht zu vermelden. Das Land hat anhand neuer Zuschussrichtlinien den zugesagten Zuschuss auf 41 000 Euro erhöht.

In seinen weiteren Ausführungen ging Flockerzi auf die Technik und die Ausstattung des neuen Fahrzeuges ein. Es ist ein Quantensprung wenn man das alte und neue Fahrzeug gegenüber stellt.

Bei dem neuen Fahrzeug handelt es sich um ein Tragkraftspritzenfahrzeug – Wasser (TSF-W) mit 180 PS Leistung. Die Basis für den Aufbau ist ein IVECO Daily Fahrgestell 7,2t. Das neue Fahrzeug ersetzt das alte Löschfahrzeug, ein Tragkraftspritzenfahrzeug ohne Wasser, welches 25 Jahre bei unzähligen Einsätzen seinen Dienst versah.

Aufgrund der Abgelegenheit von Esthal, der Etablierung der Atemschutznotfallstaffel für die Feuerwehr der Verbandsgemeinde Lambrecht bei der Feuerwehr Esthal und der dadurch erforderlichen Zusatzbeladung wählte man keine Doppelkabine, sondern ließ die Mannschaftskabine als sogenannte Integralkabine in den Aufbau integrieren. Das Fahrzeug bietet Platz für eine Staffel (1/5). In der zweiten Sitzreihe sind zwei Atemschutzgeräte in die Rückenlehnen eingebaut, so dass sich ein Trupp bereits auf der Anfahrt damit ausrüsten kann, was ein erheblicher Zeitvorteil verschafft. Im Mannschaftsraum sind noch eine Atemschutznotfalltasche, ein Mehrgasmessgerät, 4 Funkgeräte, 4 Sicherheitslampen mit Knickkopf, einen Waldbrandrucksack und ein Erste Hilfe Rucksack eingebaut.

Der weitere Aufbau verfügt über 5 Geräteräume die nach DIN Norm beladen sind. Ein mobiles Notstromaggregat, ein Kombigerät ( Schere und Spreizer ), ein Spineboard, eine Rettungssäge, einen Schaumangriff, ein Hochleistungslüfter, ein Kaminkehrsatz und ein Messkoffer für das Mehrgasmessgerät ergänzen die DIN Beladung.

Im Fahrzeug befindet sich ein 700 Liter fassender Wassertank mit dem man über eine tragbare Feuerlöschpumpe, die im Heck eingebaut ist, im Brandfall sofort mit Löschmaßnahmen beginnen kann und nicht erst eine Wasserentnahmestelle einrichten muss. Des Weiteren verfügt das neue Fahrzeug über einen pneumatischen Lichtmast, der an der Einsatzstelle direkt für großräumige Beleuchtung sorgt, und über die Bordelektrik betrieben wird.

Wehrführer Torsten Buschlinger richtete seinen Dank an Verbandsbürgermeister Manfred Kirr, an Wehrleiter Frank Flockerzi und an die Damen und Herren des Verbandsgemeinderates für die Bewilligung des neuen Feuerwehrfahrzeuges. Dankesworte gab es auch in Richtung des Fahrzeugprojekt-Teams.

Im Anschluss an die Reden gab es die obligatorische Schlüsselübergabe beim  neuen Fahrzeug. Geöffnete Türen und Rollläden erlaubten den Besucher einen guten Blick auf das umfangreiche Zubehör und auf die moderne Technik des neuen Tragkraftspritzenfahrzeuges.

 

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