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25 Jahre „Alte Herren-Wandertage“ des TSV Lambrecht

Die Fußballer der „Alten Herren“ des TSV Lambrecht unternahmen dieses Jahr ihren 25. Wanderausflug. Zu diesem Jubiläum hatte man sich vom 6. bis 10. September 2017 das schöne Grödnertal in den Dolomiten (Südtirol) als Ziel ausgesucht.

Hinten stehend v.l.n.r. Jürgen Adrian, Walter Loos, Stefan Frieß – Vorne stehend v.l.n.r. Walter Klein, Eberhard Buschmann, Rolf Paschek, Gerhard Neubert, Christoph Baumann, Karl-Günter Müller, Udo Glaser, Horst Emmert – Davor kniend: Jürgen Langohr

Beginn war am Mittwoch, 6. September 2017. Wie immer traf man sich am Mitfahrer-Parkplatz, gegenüber vom ADAC, in Neustadt. Pünktlich um 5 Uhr setzten sich 3 PKW mit 11 frohgelaunten Wanderern in Bewegung. Ein Mitwanderer war schon eine Woche vorher nach St. Ulrich angereist. Über die A65, A8, A7, mit traditionellem Zwischenstopp am Rastplatz „Allgäuer Tor“, weiter über den Fernpaß, Brennerpaß ging es nach Südtirol in das schöne Grödnertal. Dort angekommen, wurden im Hotel Fortuna in St. Ulrich zu erst die Zimmer belegt, um sich kurz darauf zur lockeren Eingeh-Wanderung zu treffen.

Auf dem Bahnweg, der ehemaligen Bahnstrecke von Klausen nach Wolkenstein, die 1960 ihren Betrieb einstellte, wanderte man von St. Ulrich nach St. Christina. Schon hier konnte man die ersten Blicke auf die tollen Dolomitenberge, wie Sella und Langkofel, werfen. Die Wanderstrecke betrug ca. 5 Kilometer. Nach einer ausgiebigen Rast, in einem Lokal in St. Christina, ging es dann mit dem Bus zurück nach St. Ulrich.

Am Donnerstag machte man sich zu Fuß zur Talstation der Raschötz Standseilbahn. Oben angekommen erwartete uns auf gut 2100 m gleich ein wunderbares Panorama, mit Geislerspitzen, Sella, Langkofel, Plattkofel, Rosengarten und Schlern.  Den ganzen Tag begleitete uns dieses Panorama auf dem gesamten Raschötzer Höhenweg. Von der Bergstation ging es über die Raschötzhütte, vorbei an der Wallfahrtskapelle Heiligkreuz zum Gipfel der Außerraschötz (2281m). Auf dem Gipfel thront  ein mächtiges Holzkreuz mit geschnitzter Christusfigur. Nach toller Aussicht in alle Himmelsrichtungen ging es vom Gipfel leicht abfallend, immer die Geislerspitzen im Blick, zur Flitzer Scharte. Auf einem breiten, mit Steinen gepflasterten Weg wanderten wir zwischen Zirben hindurch über die Bergwiesen der Innerraschötz zum Broglessattel, am Fuß der Geislerspitzen. Von hier ging es hinunter zur herrlich gelegenen Brogleshütte auf 2045m. Nach einer ausgiebigen Rast ging es wieder hoch zum Broglessattel. Ab hier wanderten wir stetig bergab durch das Cucenatal zum Cafe Annatal, wo wir im Freien sitzend die letzten Sonnenstrahlen genossen. Gestärkt ging es dann die letzten Höhenmeter, begleitet von dem Hit „Muss i denn muss i denn zum Städtele hinaus……..“, hinunter nach St. Ulrich zu unserer Unterkunft.

Auf dem Broglessattel vor den Geislerspitzen

Für Freitag hatten wir uns die Umrundung des Langkofel vorgenommen. Mit dem Bus ging es hoch zum Sellajoch auf 2180m. Von hier sind es nur ein paar wenige Schritte zur Talstation der Langkofel Nostalgie Bergbahn. Jeweils 2 Personen wurden in die kleine Kabine bugsiert und auf 2685m Höhe, bei der Toni Demetz Hütte, wiederholte sich das ganze Prozedere rückwärts. Hinunter ging es von der Toni Demetz Hütte durch die steile Langkofelscharte zur Langkofelhütte. Immer wieder boten sich aus der Scharte heraus tolle Blicke auf die Seiseralm. Nach einer kurzen Pause auf der Langkofelhütte ging es auf dem herrlichen Höhenweg weiter am Fuße des Langkofels Richtung Comici Hütte. Der Weg bietet tolle Aussichten über die Seiseralm zum Rosengarten und Schlern bis hinüber zu den Geislerspitzen und zum Puezgebiet. Noch einmal musste ein steiler Anstieg genommen werden, bevor wir, vorbei an einem Alt-Schneefeld, die Comici Hütte erreichten. Ihr gegenüber baut sich das  mächtige Sellamassiv auf und ist zum greifen Nahe. Die letzten Höhenmeter brachten uns zur Bergstation der Ciampinoi Bergbahn, die uns sicher nach Wolkenstein hinunter brachte. Von hier ging es dann mit dem Bus zurück nach St. Ulrich.

Am Samstag standen die Seiseralm und der Anstieg zum Schlern auf dem Programm. Acht Mann machten sich mit den PKW über Kastelruth zum Parkplatz am Frommer-Haus auf, leider haben wir die „Kastelruther Spatzen“ nur als Attrappen in der Ortsmitte gesehen. Mit dem Sessellift „Spitzbühl“ ging es die ersten 200 Höhenmeter auf 1980m. Auf einem breiten Weg marschierten wir über das Hochplateau der Seiseralm, immer im Blick voraus unser heutiges Ziel den Schlern, zur Saltner Hütte auf 1850m Höhe. Von hier ging es über eine Holzbrücke, weiter auf dem Touristensteig, der nicht umsonst seinen Namen hat, es ist doch mit Abstand der meistbegangene Anstiegsweg auf den Schlern, zu den auf 2450m hoch gelegenen Schlernhäusern. Den Aufstieg auf den höchsten Punkt des Schlern, den des Gipfel des Petz 2563m, ersparten wir uns. Den ganzen Tag war der Gipfel in Wolken gehüllt, so dass die Chance auf Sicht gleich Null war und der starke Wind trug sein weiteres dazu bei, dass man den Aufstieg nicht machte. Nur unser Christoph, das Nesthäkchen, konnte es nicht lassen und erklomm denn Gipfel. Mit der Gewissheit nichts gesehen zu haben und besser immer auf die „Alten und Erfahrenen“ zu hören, kehrte er wieder zum Rest der Truppe zurück. Nach einer ausgiebigen Rast im Schlernhaus und einer kurzen Trinkpause in der am Weg liegenden Saltner Hütte, ging es auf dem gleichen Weg, wie beim Anstieg, zurück zum Parkplatz.

Vier Kameraden zogen es an dem Tag vor, eine Rundwanderung auf der Seiseralm zu unternehmen. Mit der Bergbahn in St. Ulrich ging es hoch zur Seiseralm auf 2005m. Ab der Bergstation begab man sich auf eine schöne Rundwanderung auf dem Hochplateau Seiseralm mit Einkehr in einer der zahlreichen Schwaige. Wieder im Tal unternahm man noch einen Stadtbummel in St. Ulrich, um anschließend den Tag mit den Rückkehrern vom Schlern in gemütlicher Runde ausklingen zu lassen.

Dass auch die Kameradschaft über die gesamten Wandertage im Grödnertal gepflegt wurde ist selbstverständlich. Bei allen Pausen, ob in den Hütten oder an schönen Rastplätzen unter freiem Himmel, mit tollen Aussichten in die Täler und auf die Berge der Dolomiten, kam das Lachen nicht zu kurz und so manche Anekdote aus den letzten 25 Jahren wurde zum Besten gegeben. Abgerundet wurde jeder Tag, nach dem gemeinsamen Abendessen, bei den abendlichen Treffen auf einem der Zimmer in unserer Unterkunft.

Mit der Gewissheit, wieder tolle Wandertage verbracht zu haben und das nun schon im 25. Jahr, traten wir am Sonntag nach dem Frühstück die Rückreise in unsere schöne Pfalz an. Wohlbehalten sind wir wieder alle Zuhause angekommen und freuen uns auf die Wandertage im nächsten Jahr.

 

In einem kurzen Rückblick sei noch einmal an die Anfänge vor 25 Jahren erinnert, als alles begann:

Im Jahre 1993 entstand die Idee zur Gründung einer AH-Wandergruppe. Damals ahnte wohl niemand, dass die Gruppe bis zum heutigen Tag bestehen würde. So sind damals 12 Mann vom 14. bis 17. Oktober zum Ersten Wanderausflug ins österreichische „Kleinwalsertal“ aufgebrochen.

Die erste Wandergruppe im Jahre 1993 – Hinten stehend v.l.n.r. Jürgen Adrian, Walter Loos, Hans Kempter, Jürgen Langohr, Jochen Knoll, Karl-Günter Müller, Gerhard Kuntz, Albert Fellberg und Herbert Glaß – Kniend v.l.n.r. Hans Ehrenklau, Walter Klein und Gerhard Morell

Seither wurde jedes Jahr ein Wanderausflug durchgeführt. Unser Wanderführer war von Anfang an Walter Loos. Er wurde unterstützt von Jürgen Adrian, Horst Emmert, Stefan Frieß, Hermann Lambrecht, Gerhard Neubert und Walter Klein, die auch die eine oder andere Wandertour organisierten. Zum festen Termin wurde bald das zweite September-Wochenende.

Bisher waren 26 „AH-Kicker“ und Freunde an den Wandertagen beteiligt:

Jürgen Adrian, Christoph Baumann, Eberhard Buschmann, Harry Cassutti, Hans Ehrenklau, Horst Emmert, Albert Fellberg, Stefan Frieß, Herbert Glaß, Udo Glaser, Walter Klein, Hans Kempter, Jochen Knoll, Seppl Kühn, Gerhard Kuntz, Hermann Lambrecht, Jürgen Langohr, Walter Loos, Günther Lörch, Manfred Lux, Gerhard Morell, Karl-Günter Müller, Gerhard Neubert, Rolf Paschek, Achim Wieandt und Hans-Jürgen Wolf.

Vom ersten Tag an mit dabei sind Jürgen Adrian, Walter Klein, Jürgen Langohr, Walter Loos und Karl-Günter Müller.

In Deutschland hat die Wandergruppe in Mittenwald, Berchtesgaden, das Allgäu (Hopferau, Bolsterlang, Oberjoch) Station gemacht.

In Österreich war man im Kleinwalsertal, im Tannheimertal, im Lechtal, in Kühtai, im Zillertal, im Pitztal, im Ötztal, im Paznauntal, im Montafon, im Stubaital, im Kaiserwinkel bei Kössen, im Leutaschtal/Seefeld und im Dachsteingebiet unterwegs.

Einmal war man sogar in der Schweiz, in Einsiedeln, zu Gast. Und dieses Jahr zum 25-jährigen Jubiläum war das Ziel Südtirol in Italien.

Für die Statistiker sei gesagt, dass wir bisher 21.000 Kilometer zu den Wanderorten unfallfrei zurückgelegt haben. Von den Wanderkameraden, die von Anfang dabei sind hat jeder schon weit über 50.000 Höhenmeter erwandert. Einsamer Spitzenreiter ist unser Kamerad Walter Loos, der an bisher allen  25 Wanderausflügen dabei war, mit 56.546 Höhenmetern. Die meisten Höhenmeter, bei einem Wanderausflug, haben wir im Jahre 2009 in Längenfeld im Ötztal mit fast 4000 Meter bewältigt.

Stetig ging es die Berge höher hinauf und die Wandergruppe traute sich von Jahr zu Jahr mehr zu. Schon bei den fünften Wandertagen 1997 in Kühtai, wurde mit dem Sulzkogel (3016m) der erste „3000er“ erklommen. Und es sollte nicht der Letzte bleiben. Der bisher höchste Berg, den Mittagskogel mit 3159 Meter, haben wir im Jahre 2000 im Pitztal bestiegen.

Einer von vielen Höhepunkten bei unseren Wandertagen, dürfte wohl für alle teilnehmenden Wanderer im Jahre 2002 die Gletschertour auf dem Rettenbachgletscher im Ötztal, oberhalb von Sölden, gewesen sein. In zwei 7er Seilschaften wurde der Gletscher erkundet. Als absolutes Highlight wurde dann „Einer nach dem Anderen“, unter der Anleitung unserer 2 erfahrenen Bergführer, in eine Gletscherspalte abgeseilt, um anschließend wieder, von seinen Kameraden, mit vereinten Kräften und lautem „Zieht an“ wieder nach oben gehievt zu werden. Auch wurden bei den Wandertagen leichte Klettersteige begangen. Unter anderem im Ötztal, den Stuibenfall Klettersteig, in Oberjoch der Salewa Klettersteig und im Tannheimertal der Friedberger Klettersteig über den Schartschrofen auf die Rote Flüh.

Dass nicht nur gewandert wurde, dürfte wohl jedem klar sein, wenn Fußballer auf Tour sind. Auch die Kameradschaft und die Geselligkeit kamen bei den ganzen Wandertagen nicht zu kurz. Erinnert sei nur an die hartumkämpften Kegelabende, wobei 2 Teams „Alt“ gegen „Jung“ ihre Kräfte maßen. Oder an die legendäre Einkehr auf der Almhütte „Kasermandl“ im Lechtal. Wo es bei Gesang, Schnupftabak und Marille hoch herging und ein spektakulärer Rückweg gestartet wurde. Noch heute klingt der Ausspruch des Hüttenwirts, in seinem unnachahmlichen österreichischen Dialekt, jedem der Wanderfreunde in den Ohren und bringt unvergessliche Momente zurück: „Es ist noch eine Runde offen“.

Hat das Wetter einmal nicht mitgespielt, wie man es sich wünschte, hatten wir immer ein Ersatzprogramm parat. So wurde z.B. in Berchtesgaden das Salzbergwerk und die Dokumentation über die NS-Diktatur auf dem Obersalzberg besucht. Im Lechtal legten wir auch einmal einen Schwimmbad-Tag ein oder wir wanderten zu einem Berggasthof bzw. einer bewirtschafteten Almhütte und warteten so lange, bis das Wetter ein Einsehen mit uns hatte und wir weitermarschieren konnten.

Bisher waren es 25 super schöne Wanderjahre, die die „AH-Oldies“ und Freunde“ erlebt haben.

Wir wünschen uns, dass wir noch alle lange gesund bleiben und die AH-Wandertage noch einige Jahre genießen dürfen.

 

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