L a m b r e c h t ( P f a l z )   29.01.2014  

Realschule Plus Lambrecht und Grundschule Lambrecht
„Land Art“: Schüler der Realschule plus und Grundschule in Lambrecht schaffen Kunstwerke aus Naturmaterialien im Wald
Das Schulübergreifende Kunstprojekt

        
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Anknüpfend an die „Schnuppertage“ der 4. Klässler der Grundschule Lambrecht im November 2013, haben die beiden 4. Klassen zusammen mit der 7a der Realschule plus Lambrecht einen besonderen Walderlebnistag mitgestaltet. Im Rahmen des Kunstprojekts „Land Art: Wir schaffen Kunstwerke in der Natur“ wirkten etwa 60 Kinder aktiv und vor allem kreativ an dem Projekt mit. Dabei war es wichtig, dass sich die Kinder in Gruppen selbstständig mit dem Thema auseinandersetzen und miteinander kommunizieren.

Doch was ist „Land Art“? Land Art ist eine Kunstrichtung, die allgemein Kunst in der Natur meint. Es gibt viele verschiedene Land Art-Projekte in unzähligen Landschaftsräumen, die in der Natur geschaffen werden und vorwiegend aus Naturmaterialien bestehen. Sie sind der Witterung ausgesetzt und verändern sich mit der Zeit. Ihre Entstehung und Veränderung sind Teil des Prozesses des Kunstwerks und thematisieren die Endlichkeit oder Vergänglichkeit der Dinge. Um die Kunstobjekte festhalten zu können, werden sie fotografiert, gezeichnet oder in einem Film dokumentiert.

Einer der bekanntesten Land Art Künstler, Andy Goldsworthy, beschreibt diese Kunstrichtung mit den Worten: „Sehen, fühlen, das Material, der Ort und die Form sind für mich untrennbar mit der entstehenden Arbeit verbunden.“ Das bedeutet für unsere Schüler, dass nicht nur das Ergebnis entscheidend ist, sondern vor allem die verschiedenen Arbeitsschritte den künstlerischen Prozess ausmachen.

Die Schüler der Realschule plus Lambrecht und die Grundschule Lambrecht starten in das Land Art – Projekt gemeinsam im Lambrechter Wald. Begleitet wurden sie von den Klassenlehrerinnen der beiden vierten Klassen sowie von vier Lehrkräften der RS+ und einer Mutter. Die weiträumige Lichtung am Waldrand bot für die große Schülerzahl ausreichend Platz und Entfaltungsmöglichkeiten. Um die Kommunikation und Selbstständigkeit der Kinder zu fördern, wurden die Kinder in Kleingruppen aufgeteilt. Den Schülerinnen und Schülern war das Thema nicht fremd. Die künstlerische Naturerfahrung ist ein fester Bestandteil des Unterrichts in der Grundschule. Dass sie mit dieser Art Kunst zu schaffen schon vertraut waren, stellten die Lehrerinnen und Lehrer schnell fest. Denn schnell fanden sich die 10 Kleingruppen zusammen, tauschten ihre Ideen aus und sammelten natürliche Materialien wie Steine, Äste, Moos, Blätter, Zweige und Ähnliches. Diese Kommunikation zwischen Groß und Klein war erstaunlich unkompliziert und für jeden eine neue Erfahrung. Mit diesen Materialien gestalten die Schüler dann ihr Kunstwerk auf einer Lichtung. Danach wird es fotografiert und kann beispielsweise im Kunstunterricht nach gemalt werden. Eine weitere Einbindung des Kunstprojekts in den  fächerübergreifenden Unterricht bieten beispielsweise das Fach Erdkunde („Wie verändert der Mensch den Naturraum?“) und der Deutschunterricht, in dem der künstlerische Prozess verschriftlicht werden kann. Ziel wäre hierbei, die Kunstwerke der Schüler „haltbar“ zu machen und ihren Prozess zu dokumentieren.

Insgesamt erlebten die Schüler und Lehrer einen besonderen Waldtag, an dem die kalten Temperaturen kaum die Stimmung trübten. Frische Luft, Waldboden und zwischendurch einen warmen Apfelsaft sorgten für eine angenehme, kreative Atmosphäre und Freude an der Sache. Die Schülerinnen und Schüler und die Lehrkräfte beider Schulen konnten diesen gemeinsamen Tag innerhalb ihrer Kooperation genießen.  Fazit der Lehrer: In jedem Fall ist der gemeinsame Erlebnistag verbunden mit einer Aktion  wiederholungswert (bei Frühlingstemperaturen).

 

von Jens Gollon