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Weidenthal WappenWeidenthal

Ostfriesland ein faszinierendes Reiseziel

Gelebte Traditionen und kulinarische Genüsse

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Wer an Ostfriesland denkt, dem kommt meistens erst mal eine bekannte friesische Brauerei in den Sinn, die gerne mit ihrem Wahlspruch „friesisch herb“ kokettiert. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Die Ostfriesen leben auch gerne „klunnisüß“ und meinen damit ihre alltäglichen Teestunden mit ihrem geliebten Ostfriesentee, zu dem natürlich frische Sahne und ein großes Stück „Kluntje“ gehören. Womit ein richtiger Brocken süßen Kandiszuckers gemeint ist.

Wie das Land, so die Menschen. So eine weitere Ableitung aus der allerorts zu lesenden und zu hörenden Bierwerbung. Und nichts könnte die Menschen hier im hohen Norden besser beschreiben. Von der Emsmündung und der niederländischen Grenze im Westen bis zum Jadebusen im Osten, den sieben Ostfriesischen Inseln im Norden und einer Linie Oldenburg – Bad Zwischenahn – Leer – Weener – Bunde im Süden.

Ein abwechslungsreiches Reiseziel also, wie es in der Form andernorts kaum zu finden sein wird. Also für die „Alten Herren“ der Weidenthaler Fußballer so richtig wie gemacht.

Schon der Empfang der 46-köpfigen Reisegruppe im „Ostfriesenhof“ in Leer mit einem freundlichen „Moin“ lockerte die Stimmung und sollte fortan für gute Laune sorgen. Direkt an der Leda, einem 25 km langen Seitenfluss der Ems, fühlt man sich gleich wie zu Hause. Getrennt nur von einem hohen Deich, der das Binnenland vor dem Hochwasser des Flusses schützt, kann man sich hier so richtig schön verwöhnen lassen.

Das Reiseprogramm hatte gleich am ersten Tag eine Menge zu bieten. Mit Reiseleiter Heyo Onken führte eine Rundreise durch Teile der Niederländischen Provinz Groningen zur Hafen- und Industriestadt Delfzijl – da wo die Ems in die Nordsee mündet – und weiter in das kleine mittelalterliche Städtchen Appingedam. Die Schönheiten des Ortes kann man mittels einer Grachtenfahrt mit der „Damsterveer“ von Bord aus am besten erleben. Zu den Hauptsehenswürdigkeiten zählen das älteste Gebäude der Stadt, die Nikolai-Kirche von 1515 und natürlich die berühmten „Hängenden Küchen“, unter denen das Boot hindurch schipperte.

Nächstes Ziel in den Niederlanden war danach die Festung Bourtange. Mit dem Bau der Anlage wurde im Jahre 1580 im Achtzigjährigen Krieg begonnen. Der Sternenförmige Bau wurde nie eingenommen und stand 1960 kurz vor seiner endgültigen Aufgabe. Zur Belebung des Gebietes und zur Rettung der Festung wurde sie danach aber rekonstruiert und auf den Stand von 1742 versetzt. Heute ist sie ein lebendiges und bewohntes Museum sowie eine der wichtigsten Touristenattraktionen in der Provinz Groningen, unweit der deutschen Grenze.

Ein weiterer Höhepunkt war dann gegen Abend ein Abstecher in das wunderschöne kleine Fischerdörfchen Ditzum im Rheiderland, direkt an der Ems gelegen. Die Mühle und der Kirchturm der evangelisch-reformierten Ditzumer Kirche prägen das Ortsbild, wie auch der kleine Hafen mit seinen Fischkuttern. Hier werden die Besucher des Ortes von der Bronzeskulptur „Tante Dintje“ begrüßt. Sie steht am Sielwerk zum Gedenken an den Frauenalltag am Dollart.

Toller Abschluss eines tollen Tages, die Einkehr im „Altes Haus am Siel“. Hier hat die Familie Holger Dirks vor zwanzig Jahren ein Restaurant geschaffen, das für seine Fischspezialitäten – und nicht nur die – weit und breit bekannt ist. Die Krabbensuppe und der Krabbenteller mit Bratkartoffeln suchen ihres gleichen.

„Ostfriesland – Zeit für das Beste“, so machen die Nordlichter gerne Werbung für ihr schönes Land. Und das erlebte die Pfälzer Reisegruppe überdeutlich an ihrem zweiten Reisetag. Zahlreiche Höhepunkte standen auf dem Programm und Reiseleiter Heyo Onken zeigte sich einmal mehr auch von seiner besten Seite.

Zunächst ging die Fahrt entlang der Ems zum imposanten Ems-Sperrwerk bei Gandersum. Die Anlage verbessert den Sturmflutschutz an dem großen Fluss erheblich und macht bei Aufstau auch die Durchfahrt der großen Ozeanriesen von der Meyer-Werft in Papenburg zur Nordsee erst möglich.

Die lebendige Seehafenstadt Emden zeigt sich rund um den Ratsdelft mit seinem historischen Hafen maritim. Die berühmten Museumsschiffe bilden mit dem Rathaus ein tolles Postkartenmotiv. Mit dem amüsanten „Otto Huus“ hat sich der zum Kult gewordene ostfriesische Blödelbarde selbst ein Denkmal gesetzt. Ein Abstecher brachte die Gruppe noch zum Außenhafen, wo unter anderem der Autokonzern VW seine Autos in alle Welt verschifft.

Danach führte ein kleiner Rundgang durch das verträumte Warfendorf Rysum. Der unter Denkmalschutz stehende Ort gilt als schönstes Dorf in der Krummhörn. Ziel war auch die evangelisch-reformierte Kirche mit ihrem Glockenturm von 1585. Im Innern erklingt wieder die 1457 erstmals gespielte Orgel von Meister Harmannus aus Groningen, die älteste noch bespielbare Orgel ganz Nordeuropas. Auch interessant die 1895 erbaute Windmühle vom Typ des Gallerieholländers. Ihre Flügel drehen sich auch heute noch manchmal.

Greetsiel gilt als Hauptort der Krummhörn und beherbergt in seinem malerischen Ortskern noch 25 Kutter, die mit Krabbenfang beschäftigt sind. Schon seit über 600 Jahren ist das wunderschöne Dorf ein Hafenort. Heute ein absoluter Touristenmagnet. Das Wahrzeichen Greetsiels sind die Zwillingsmühlen am Alten Greetsieler Tief. Die heutigen Krabbenkutter müssen auf ihrem Weg zur Nordsee die 1998 in Betrieb genommene Schleuse Leysiel passieren, die den Greetsieler Hafen von Flut und Ebbe unabhängig macht. Auch ein interessanter Abstecher für die „Wackeraner“.

Berühmtestes Bauwerk von Pilsum ist ohne Zweifel der rot-gelb geringelte Leutturm, der durch den Otto Waalkes Film „Otto – der Außerfriesische“ Berühmtheit erlangte. Er steht seit 1891 auf dem Deich der Außenems, wurde aber bereits 1919 stillgelegt. Als Fotomotiv natürlich sehr begehrt.

Der schiefste Turm der Welt steht nicht im italienischen Pisa, sondern im ostfriesischen Suurhusen. Das kann man sogar im Guinness-Buch der Rekorde nachlesen. Errichtet wurde der Turm um 1450. Das freundliche Suurhusener Dorforiginal Eilt Dirks hatte neben einem riesigen Türschlüssel auch zahlreiche Anekdoten zur Kirche und zum Turm parat.

Am Tag darauf lernen wir „Leer und Umzu“ näher kennen, wie die Leeraner gerne sagen. Das „Tor zu Ostfriesland“ hat rund 34.000 Einwohner und glänzt unter anderem mit seinem Museumshafen und der Altstadt mit ihren prachtvollen Backsteinfassaden.

Zwischen Leda und Ems liegt mit dem Rathaus das bekannteste Leeraner Bauwerk und Wahrzeichen der Stadt. Sein Turm ragt hoch über die Dächer der Altstadt und bietet eine grandiose Rundumsicht, wenn nicht gerade mal der Zugang gesperrt ist. Zahlreiche Wandmalereien und schöne Mosaikfußböden schmücken das schmucke Gebäude, das Ende des 19. Jahrhunderts im deutsch-niederländischen Renaissancestil gebaut wurde. Glanzpunkt ist sicher der prunkvolle Festsaal mit den drei neugestalteten „Kaiserfenstern“ und einem „Orchesterbalkon“ im zweiten Obergeschoss. Direkt gegenüber dem Rathaus kann man die 300 Jahre alte Waage bestaunen, eines der schönsten Häuser der Stadt. Am besten kann man Leer und seine vielen Sehenswürdigkeiten bei einer Führung erleben. Anne Kaja jedenfalls glänzte mit viel Wissen und Humor beim Gang durch die Räumlichkeiten des altehrwürdigen Rathauses.

In direkter Nähe dazu lädt die „Ostfriesische Teestube am Hafen“ zur Teestunde ein. Wie in einer gemütlichen Wohnstube kann man hier den „Bünting Grünpack“ genießen, den in Ostfriesland am meisten getrunkene Tee, zubereitet nach ostfriesischer Zeremonie. Dazu einen ofenfrischen Krintstuut (Rosinenbrot) mit Butter. Mal was Neues für die weitgereisten Weidenthaler Seniorenfußballer und richtig gut dazu.

Zum Erholen und Genießen ging es dann am Nachmittag zu einer großen Leda-Ems-Fahrt an Bord des Traumschiffes Warsteiner Admiral. Nach der Durchfahrt der Seeschleuse Leer schweiften die Blicke über das weite ostfriesische Land, bis hin zur berühmten Meyer Werft in Papenburg. Und dies alles begleitet von humorvollen und interessanten Erklärungen des Kapitäns.

Und am Abend gab es wieder Fisch und andere Speisen satt im urigen „Luv up“ in Jemgum, direkt an der Ems gelegen. Hier haben sich Willi und Hildegard Kuper mit ihrem Fischrestaurant einen kleinen Traum erfüllt. Und die vielen Gäste kommen von weit her, um daran teilhaben zu können. Wie auch die Weidenthaler aus der Pfalz.

Aller guten Dinge sind drei. So könnte man den letzten Tag der AH-Reise zusammenfassen. Heyo Onken ist wieder an Bord und führt uns heute durch seine nähere Heimat, das Fehntjer Land. In Großefehn wird Tradition gelebt. In der Fehnkolonie Westgroßefehn ist der gelernte Müller zu Hause und gleichzeitig stolzer Besitzer einer Gallerieholländerwindmühle. Eine Besichtigung ist eigentlich nur für Fachleute möglich. Nun, die Pfälzer Windmühlenfachleute konnten durch gute Beziehungen Heyos Mühle in Augenschein nehmen und viel Wissenswertes über sie in Erfahrung bringen.

Das nächste Etappenziel war Wiesmoor, die Blüte Ostfrieslands. Hier gab es zur Zeit des Torfkraftwerkes die größten Gewächshausanlagen Europas für Gemüse. Heute werden hier jährlich über 20 Millionen Topfblumenpflanzen erzeugt und auf dem gesamten europäischen Kontinent vermarktet. Im örtlichen Torf- und Siedlungsmuseum, das bequem zu Fuß oder mit einer kleinen Torflorenbahn erreicht werden kann, erfährt man alles über alte Wohn- und Handwerksgewohnheiten. Und natürlich auch über die Torfgewinnung.

Kulinarisch wird im Bierdorf Bagband einiges geboten. In der historischen Landbrauerei „Ostfriesenbräu“ werden ausgezeichnete Biere gebraut. Das bierige Erlebnis ergänzt ein kleines Museum und eine feine Gaststätte. Von Matjes mit Bratkartoffeln bis zum Bagbander Schnitzel, hier kommen alle auf ihren Geschmack.

Weiter führte die Reise nach Timmel, vom Wasser umgeben. Und Timmel liegt am Meer, genauer gesagt am Timmeler Meer. Einem 20 ha großen Binnensee mit einem schönen Badestrand. Bei einem Spaziergang durch den Ort wurden der kleine Hafen und das angrenzende neuere Baugebiet inspiziert.

Zum Schluss eines höchst erlebnisreichen Ausfluges führte der Weg nochmals nach Großefehn zum dortigen Fehnmuseum Eiland. Im kleinen Museum kann man einiges in Erfahrung bringen, vom Hochmoor zu Kulturlandschaft und vom Torfschiff zum Hochseesegler. Übrigens, der Wortstamm „fehn“ bedeutet von alters her Sumpf, Morast, Moor. Heute bezeichnet die Endsilbe „-fehn“ in Ostfriesland eine besondere Siedlungsform. Doch das Museum hat noch was ganz Besonderes zu bieten, ein richtig feines Café. Die selbstgebackenen Torten sind einfach klasse und munden zum Ostfriesentee besonders gut.

So ging es denn zum guten Ende einer tollen Reise mit der MS „Gretje“ durch das „Fehntjer Tief“ und das Timmeler Meer in den Hafen zurück, da wo die um 1913 erbaute Tjalk ihren Liegeplatz hat. Früher wurde von der „Gretje“ in der Hauptsache Torf transportiert, heute war es eine Ladung bestens gelaunter Pälzer Bube un Mädcher, wenn auch nicht mehr so jung an Jahren.

Viel zu schnell war die Zeit vergangen, doch die Erinnerungen an ein wunderschönes Fleckchen Erde in Deutschlands hohem Norden werden bleiben. Erinnerungen an tolle Landschaften, liebenswerte Menschen und zahlreiche kulinarische Höhepunkte.

Ostfriesland, Holl di munter (Auf Wiedersehen)

 

 

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