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5-Länder-Ausfahrt des Weidenthaler Whisky-Clubs

Die weltweit kleinste und größte Whisky-Bar besichtigt

An Ideenreichtum mangelt es dem Glencairn Whisky-Club aus Weidenthal sicher nicht. Aber um in 5 Tagen gleich 5 Länder und 5 Destillerien zu besichtigen, darauf muss man auch erst einmal kommen. Neben zahlreichen Whiskys warteten aber noch viele weitere tolle Erlebnisse auf die Reisetruppe aus der Pfalz.

Erstes Etappenziel war das Fürstentum Liechtenstein mit seinem Haupt- und Residenzort Vaduz. Im Angesicht des über der Stadt gelegenen Schlosses wurde ein Telser Whisky gekostet. Die kleine aber feine Destillerie schloss gegen Ende 2017 aus familiären Gründen ihre Pforten, doch Reiseleiter McHerbie (Herbert Laubscher) konnte noch vorab einen 6 Jahre alten Rye-Pure Malt aus Triesen, der mit rund 5.000 Einwohnern drittgrößten Stadt des sechstkleinsten Staates der Welt, sicherstellen. Ausgezeichnet 2014 als „Switzerlands Best Whisky“. Gerade mal 200 Flaschen dieser Sonderabfüllung von Marcel Telser kamen damals auf den Markt.

Weiter führte die Reise über die archaische, von Gletschereis und dem Wasser des Rheins erschaffene Via Mala Schlucht und die Rofflaschlucht mit ihrer Felsengalerie zum Wasserfall und unter dem Rhein hindurch. Über Thusis und Tschappina hinauf zum 1.846 m hoch gelegenen Glaspass. Im 400 Jahre alten Berggasthaus Beverin kann man so richtig die Seele baumeln lassen. Wo der Himmel die Erde küsst grüßt der alles überragende 2.998 m hohe Piz Beverin herüber. Und wenn man dann am späten Abend von Wirtin Sabine mit einem Black Forest Single Malt von Rothaus aus dem Schwarzwald zur guten Nacht verabschiedet wird, dann kann das Glück kaum größer sein.

Bei der Weiterfahrt in Richtung Engadin erhascht man immer mal wieder einen Blick auf die Rhätische Bahn Albula/Bernina. Die Bahnstrecke ist Kernstück des UNESCO-Welterbes und gilt als eine der spektakulärsten Routen der Welt. Vorbei am 65 m hohen und 136 m langen Landwasserviadukt geht es landschaftlich grandios weiter über den 2.315 m hohen Albula-Pass in Richtung St.Moritz. Die mondäne Olympiastadt scheint nur gemacht für die Reichen und Schönen dieser Welt. Doch Achtung, auch Whiskyfreunde finden hier einen Platz zum glücklich sein. Das Hotel „Waldhaus am See“ verfügt über die größte Whisky-Bar dieser Welt und ist als solches auch im Guinness Buch der Rekorde eingetragen. „Devil´s Place“, so der Name der hauseigenen Bar, hält etwa 2.500 Sorten Whisky bereit. Was will man mehr. Selbst den sonst nur für ganz besondere Gäste geöffneten „Whisky-Bunker“ durfte man besichtigen, Da kamen die „Cluberer“ aus dem Staunen nicht mehr heraus. Natürlich wurde dann auch getestet und das eine oder andere „Wässerchen des Lebens“ erstanden.

Die Weiterfahrt über den Ofenpass in das herrliche „Val Müstair“ war dann weniger spaßig. Ein Starkregen verhinderte Großteils die ansonsten so schöne Sicht ins Münstertal und auf die umliegende Bergwelt. Doch der Abend sollte dann für Entschädigung in jeder Hinsicht sorgen. Zuvor wurde aber noch dem von Karl dem Großen gegründeten Kloster St. Johann in Müstair ein Besuch abgestattet. Das Kloster wird heute noch von Benediktinerinnen bewohnt und zählt zum UNESCO Welterbe.

Die „smallest Whisky Bar on earth“ mit der HighGlen Whisky-Distillery Sta.Maria V.M. bot Erlebnisse der ganz anderen Art. Mit 8,53 m² und 5 Sitzplätzen wurde die SWBOE als kleinste Whisky-Bar der Welt ins Guinness-Buch der Rekorde eingetragen. Doch zunächst einmal waren die Clubmitglieder zu Gast in der bestens bestückten Küche von Lord Gunter Sommer. Der Hausherr hatte Cognac-Grillsteaks und einen Roten „Valpolicella Ripasso“ vom Allerfeinsten im Angebot. Und das sollte erst der Anfang sein.

Es folgte ein Tasting im kleinen Whiskymuseum mit besonders ausgefallenen Whisky-Raritäten. Darunter eine Exklusivabfüllung für das berühmte Kreuzfahrtschiff „Queen Elizabeth 2“, einem dreifach destillierten und 12 Jahre alten Auchentoshan von 1978. So ein Fläschchen kann man heute für kleine 2.500 Schweizer Franken von Lord Sommer erwerben. Und nur bei ihm. Er hatte bei der Außerdienststellung des Schiffes den kompletten Bestand von über 150 Flaschen aufgekauft. Weit nach Mitternacht ging ein denkwürdiger Abend spät zu Ende. Lord Sommer will gerne im kommenden Jahr zu einem Gegenbesuch nach Weidenthal kommen. Darauf kann man sich schon jetzt freuen.

Hoch hinaus führte der Weg am nächsten Tag über den Umbrailpass, dem mit 2.501 m höchsten Straßenpass der Schweiz, zum Stilfserjoch (2.757 m). Eine kleine Wanderung führte zur 2.843 m hohen Dreisprachenspitze mit Einkehr im Rifugio Garibaldi. Die Rundumsicht auf König Ortler und seine Trabanten ist einfach grandios. Auf Schweizer Seite führen 34 Spitzkehren hinauf zum Joch, auf Südtiroler Seite dann 48 Kehren hinab nach Trafoi. Kein Wunder, dass da ein Clubmitglied etwas unpässlich war, oder sollte das mit dem Abend zuvor zu tun gehabt haben ? Ein kleiner Abstecher zum Bergsteigerdorf Sulden am Ortler brachte noch etwas Abwechslung, bevor die Reise weiter ging nach Glurns, der kleinsten Stadt Südtirols.

Das Städtchen mit seinen Festungsmauern, Wehrtürmen und Laubengängen hat sich seit dem 16. Jhd. kaum verändert und ist ein richtiges Kleinod. Da passte die Unterkunft im historischen Hotel zur Post so richtig gut dazu. Doch auch hier waren die Weidenthaler Whiskyfreunde wegen anderer Dinge zugegen. Etwas außerhalb der Stadtmauern findet man mit der PUNI-Distillery die erste und einzige Whisky-Distillery von Südtirol und sogar von ganz Italien. Der 13 m hohe Kubus der Brennerei aus ziegelroten Schachbrettmauern ist ein gelungenes Beispiel zeitgenössischer Architektur. Die PUNI-Whiskys, so benannt nach dem gleichnamigen den Ort durchfließenden Bergbach, reifen aus klimatischen Gründen in alten Wehrmachtsbunkern der Umgebung. Eine Führung mit einer kleinen Verkostung rundete das Südtiroler Whiskyerlebnis ab.

Am nächsten Tag führte die Reise durch den oberen Vinschgau weiter. An Kloster Marienberg vorbei ging es hinauf zum Reschensee mit seinem berühmten Postkartenmotiv, dem Kirchturm im See. An der Grenze zu Österreich dann nach Jahrzehnten mal wieder Kontrollen. Doch die Zollbeamten interessierten sich nicht für diverse eingeführte Spirituosen, nein, die Whiskyfreunde wurden von der neuen Wirklichkeit nach 2015 eingeholt. Durch das Inntal, an Innsbruck vorbei, ging es recht flott nach Jenbach und von dort hinauf nach Maurach am Achensee. Hier wartete mit der Edelbrennerei Franz Kostenzer ein weiterer Höhepunkt auf die Reisegruppe aus der Pfalz. Single Malts und Grain Whiskys lassen da jedes Whiskyherz höher schlagen. Mit seinen Alpin-Whiskys ist Franz Konstenzer hier was ganz großes gelungen. „Whisky-Papst“ Jim Murray lobt die Whiskys vom Achensee als ölig, üppig, reichhaltig, cremig, würzig und buttrig. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Nach Verkostung und natürlich Einkauf der edlen Tropfen gab es noch kurzfristig eine kleine Führung mit der Dame des Hauses durch die Brennerei und das Fasslager. Einfach klasse. Und natürlich wurde danach auch dem Achensee noch ein Besuch abgestattet.

Für die letzte Übernachtung hatte man sich mit der 1.834 m hohen Erfurter Hütte einen Stützpunkt der Deutschen-Alpenvereins Sektion Ettlingen ausgesucht. Die Hütte ist ein Hauptziel für Alpinisten und Wanderfreunde im Rofangebirge und auch gemütlich mit der Kabinenbahn zu erreichen. Die Aussicht von der Terrasse aus auf den in vielen Farben schimmernden Achensee ist gewaltig. Ein kleines Privat-Tasting zum Sonnenuntergang wurde unterhalb des Adlerhorstes neugierig und aus nächster Nähe von einem prächtigen Gamsbock beäugt, der sichtlich das Nosing der Whiskys genoss und sich erst nach geraumer Zeit und lässig wichtigerer Dinge zuzuwenden schien.

Nach dem reichhaltigen Frühstück wurde der Rückzug ins Tal auf verschiedenen Wegen angegangen. Während die einen wieder die Bahn benutzten hatte McHerbie was ganz besonderes vor. Tandem-Paragliding mit Christian aus dem Zillertal war angesagt. Mit dem Gleitschirm 900 m zum Achensee hinunter schweben, das hat schon was und ist einfach ein richtig tolles Erlebnis.

Die Heimreise ist schnell erzählt. Noch ein Abstecher zur Slyrs-Destillerie am Schliersee, ein bayerisches Spezialitätenessen im Biergarten des Ayinger Bräustüberl und noch ein kurzer Stopp bei der Destillerie Finch in Nellingen, das war es dann schon. Die beiden Destillerien waren auch 2017 Anlaufpunkte einer Clubausfahrt und die Whiskys schmeckten jetzt noch genau so gut wie im letzten Jahr. Von der sehr gelungenen „Whisky-Fortbildungsreise“ durch die 5 Alpenländer Liechtenstein, Schweiz, Italien, Österreich und Deutschland kehrte der Weidenthaler Whisky-Club mit vielen neuen Eindrücken in Sachen Whisky, aber auch mit einer Menge von beeindruckenden Erlebnissen in Traditionsgasthäusern, mit netten Leuten und in wunderschönen Landschaften zurück.

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