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Geduld, Flexibilität, Kreativität  und, dass kein Tag dem anderen gleicht

Gespräch mit Roland Probst über Demenzerkrankung

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Pflegende/Betreuende sind in vielfacher Weise von einer Demenzerkrankung ihrer Angehörigen mitbetroffen. Eine dauerhafte Übernahme von Pflege und Betreuung dementiell veränderter Menschen hinterlässt in der Regel Spuren. Aber niemand muss auf Dauer völlig auf sich alleine gestellt sein.

Herr Probst, unser Gesprächspartner, hat im Sommer 2018 die Schulungsreihe für Pflegende von dementiell veränderten Menschen absolviert. Der Kurs wird regelmäßig vom AWO-Seniorenhaus  „Lambrechter Tal“ in Zusammenarbeit mit der Alzheimergesellschaft Rheinland Pfalz e.V. angeboten.  Roland Probst ist auch ein regelmäßiger Gast der Selbsthilfegruppe für Angehörige von dementiell veränderten Menschen im AWO Seniorenhaus „Lambrechter Tal“.

Roland Probst meint, es gibt drei Dinge, die er in der Betreuung seines an Demenz erkrankten Angehörigen gelernt hat: Geduld, Flexibilität, Kreativität  und, dass kein Tag dem anderen gleicht. Kaum hat er sich auf ein neues Verhalten, eine neue Situation eingestellt, wird er von seinem  Angehörigen mit einer weiteren Herausforderung konfrontiert. Sei es, dass alle Spiegel versteckt werden müssen, weil der Angehörige den „alten Mann“ im Spiegel anbrüllt, sofort sein Haus zu verlassen oder alle Lebensmittel weggesperrt werden, da der Angehörige von einer zur anderen Minute vergessen hat, bereits gegessen zu haben und sich pausenlos Essen zubereitet. Probst verzichtet auch auf ein Gläschen Wein oder Bier zum gemeinsamen Mittagessen, der Angehörige ist häufig darüber erschüttert, dass er zum Frühstück schon Alkohol trinkt. Es nützt überhaupt nichts auf die Uhr zu zeigen oder den Vorhang beiseite zu schieben. Das Empfinden des Angehörigen ist immer gleich,  jede Mahlzeit ist das Frühstück. Diskutieren und logisches Argumentieren sind dabei sinnlos.

Die von der AWO angebotenen Schulungsreihe für pflegende Angehörige von an Demenz erkrankten Menschen half Roland Probst zu verstehen, dass hinter dem Verhalten des Betroffenen keine Absicht steckt und dieses auch nicht zu begreifen ist.  ,,Erst als wir versuchten, seine Welt zu akzeptieren, konnten wir ihm besser helfen und die sinnlosen Schreiduelle und Vorwürfe endeten“,erzählt  Probst. So haben wir gelernt „in seinen Schuhen zu gehen“, wie Naomi Feil, eine Demenzexpertin den optimalen Umgang mit Demenzerkrankten beschreibt. Es funktioniert meistens!

Roland Probst besucht regelmäßig die Selbsthilfegruppe für Angehörige von dementiell veränderten Menschen im AWO Seniorenhaus „Lambrechter Tal“. Der regelmäßige Austausch von persönlichen Erfahrungen im Kreise von Menschen mit ähnlichen Erfahrungen empfindet er als entlastend. Das gemeinsame Gespräch Betroffener, der Austausch von praktischen Tipps, Anregungen und Erfahrungen sowie professioneller Beratung vor Ort, konnte den alltäglichen Umgang mit dem Angehörigen spürbar erleichtern. Ein allgemeingültiges Rezept für den Umgang mit Demenzkranken gibt es nicht, sonders es gilt auszuprobieren, was im Einzelfall hilft.

Mittlerweile gibt es in Lambrecht die Selbsthilfegruppe für pflegende Angehörige von Demenzkranken schon ein halbes Jahr. Ob der Gastvortrag von Prof. Dr. Adler zum Thema Demenz oder eine Lesung von Monika Bechtel, Vorsitzende der Alzheimergesellschaft Rheinland-Pfalz e.V.,  für Abwechslung wird gesorgt. In der Gruppenstunde wird auf die Bedürfnisse der Teilnehmer eingegangen, sei es, der Wunsch einfach mal frei von der Seele zu reden oder bestimmte Informationen durch Experten zu erhalten.

Die Gruppe trifft sich jeden 1. Mittwoch im Monat ab 17:00 Uhr im Besprechungsraum des AWO Seniorenhaus ,,Lambrechter Tal“.

 

Roland Probst

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