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Eschdler Jubiläumskerwe gebührend gefeiert

Abermals missglückter Faßanstich – Festgottesdienst mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann

Die Esthaler Kerwe hat ihre Ursprünge im Weihetag der ehemaligen Katharinenkirche vor 300 Jahren am 22. August 1723. Die Erinnerung an dieses Ereignis lebt heute in Form der Kirchweih, der Kerwe, weiter. Diese wird stets im August, am Sonntag nach Maria Himmelfahrt, zelebriert. In diesem Jahr fand das Fest zum 300. Mal statt, ein bemerkenswertes Jubiläum: 300 Jahre Eschdler Kerwe.

Eröffnung der Kerwe
Am Samstagabend erfüllte wieder der Klang von Dorfbüttel Helmut Eisenhauers Schelle die Klosterstraße, als er die „Eschdler Kerwe 2023“ lautstark ausrief. Unterstützt wurde er dabei von der Kerwe-Jugend, dem Musikverein, Bürgermeister Gernot Kuhn, dem Beigeordneten Bernd Paulig sowie zahlreichen Gästen. Die Kerwe-Gruppe machte sich mit der Kerwe-Weinflasche im Gepäck und Ortsfahne auf den Weg zum Kerwe-Platz, mit einem Zwischenstopp am Busplatz, wo die Dorfjugend gerade ihre Vorbereitungen für ihr Kerwe-Event abschloss.

Vor dem Zelt des ASV wurde auf dem Kerwe-Platz die Kerwe offiziell an Bürgermeister Gernot Kuhn übergeben. Er dankte allen Beteiligten und wünschte den Besuchern angenehme Kerwe-Tage. Anschließend folgte der traditionelle Fassanstich. Obwohl Bürgermeister Gernot Kuhn viele präzise Schläge ausführte, blieb der Anschlaghahn nicht im Fass stecken. Grund dafür war das Fehlen der Spundlochdichtung für den Anschlaghahn, wie bereits zwei Jahre zuvor. Ein „O’zapft is!“ blieb aus.

Auf dem Busplatz begann gegen 20 Uhr der Kerwe-Rock der Esthaler Dorfjugend mit Livemusik von „Private Place“ und dem Wettbewerb zur Wahl der neuen Kerwe-Queen. Dieses Mal mussten die Kandidaten Ü30 sein.

Kerwequeen 2023

Gegen ihre Mitkonkurrenten konnte sich Vanessa Thalheim durchsetzen und wurde zur 20. Eschdler Kerwequeen gekrönt. Vanessa I. tritt die Nachfolge von Anna-Lena I. an.

Festgottesdienst mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann

 

Am Sonntagmorgen leitete Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann in der vollbesetzten Bruder-Konrad-Kirche einen festlichen Gottesdienst. Mitzelebranten waren Pfarrer Prof. Jaroslav Krzewicki, Pfarrer Gerhard Burgard und Kaplan Praveen Kumar Isukupalli. Der katholische Kirchenchor St. Konrad unter der Leitung von Gudrun Jerges umrahmte den Gottesdienst musikalisch mit Stücken aus der „Missa brevis in B“ des angesehenen Komponisten Christopher Tambling. Bernd Camin begleitete den Chor am Piano. Zum Beginn des Gottesdienstes sangen die Kinder und Erzieher/innen der Kita St. Konrad die Lieder „Wir feiern heut ein Fest“ und „Volltreffer“. Der Musikverein Esthal unter der Leitung von Stephanie Bahm übernahm die musikalische Gestaltung des feierlichen Ein- und Auszugs. Grußworte überbrachten Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld, Bürgermeister Gernot Kuhn und Pfarreiratsvorsitzender Matthias Krauß.

Nach dem Gottesdienst fand ein kleiner Empfang statt, der Gelegenheit zum Austausch mit dem Bischof bot.

Farbenprächtiger Kerwe-Umzug

Am Sonntagnachmittag zog der imposante Kerwe-Umzug durch die Straßen, an dem örtliche Vereine und Gruppen teilnahmen. Der Jubiläumsumzug umfasste 25 Gruppen. Die Freiwillige Feuerwehr Esthal sorgte für einen reibungslosen und sicheren Ablauf.

Der Umzug wurde von Dorfbüttel Helmuth Eisenhauer mit seiner Schelle angeführt, gefolgt von den Kerwe-Mädels Tanja und Maren mit dem Begrüßungsschild sowie der Esthaler Ortsfahne, getragen von Kindern und Jugendlichen. Die Kerwe-Jugend zog mit prächtig geschmückten Kerwe-Bäumen und wurde von Dudelsackspieler Christian Sorg begleitet.

Der Musikverein Esthal gab den Marschrhythmus des Umzugs vor.

Inspiriert vom Besuch des Bischofs nahmen die Kinder der katholischen Kindertagesstätte St. Konrad am Kerweumzug teil.

Ein Höhepunkt des Umzugs war der Festwagen mit einem Modell der alten Katharinenkirche. In zeitgemäßen Kostümen präsentierte sich das Ehepaar Dahlberg mit kleinem Hofstaat.

Der Esthaler kfd-Frauenverein thematisierte den Wandel der Frauenrolle in der Gesellschaft. Früher in Küche und Feld, verdienen Frauen heute in beeindruckenden Berufen ihr Geld.

Eine neue Gruppe im Eschdler Kerweumzug war der Verein „Hilfe im Tal“. Ihnen folgte ein historisches Fahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr, wobei eine alte Feuerwehrspritze die Zuschauer erfrischte.

Die Gesangsgruppe „Die Bergbauernbuam“ warb lautstark für ihren Auftritt am Kerwemontag und brachte ihre Fans gleich mit.

Die Quad- und Trikekinder-Vorderpfalz warben für ihre kostenlose Mitfahrgelegenheiten für benachteiligte Kinder.

Der Obst- und Gartenbauverein thematisierte den Klimawandel.

Der Wagen der „Kerwe Mafia“ folgte als nächstes.

Die neue Kerwekönigin Vanessa I. wurde in einem offenen Cabriolet chauffiert.

Der ASV Esthal präsentierte sich mit verschiedenen Gruppen. Die Fußballer hoffen mit dem Slogan „In Eschdl steigen die Saudis ein, das könnte doch die Wende sein“ und verteilten 500 Euroscheine. Die Fußballjugend zeigte sich als zukünftige 100.000.000 Euro Transfers.

Die großen Gardemädels tanzten auf einem Wagen und machten auf den Bedarf an neuen Kostümen aufmerksam, bevor diese so alt werden wie die Katharinenkirche. Weitere Gardetanzgruppen folgten.

Die Ortsgruppe Esthal des Pfälzerwald-Vereins präsentierte ein sehr schönes Modell der Wolfsschluchthütte auf ihrem Wagen, begleitet von einer großen Wandergruppe.

Der Männergesangverein zeigte auf seinem Motivwagen eifrige Sänger im Musikunterricht. Die Sängerinnen und Sänger der Vocal Cords begleiteten sie.

Das Kerwe-Komitee hatte seinen Platz auf einem Wagen, und ließen die Eschdler Kerwe hochleben.

Der Geselligkeitsverein Esthal präsentierte einen humorvollen Wagen mit einem falschen Bischof, einem Bischoff, und warb gleichzeitig für den 40. närrischen Abend im Jahr 2024.

Die Mitglieder des Esthaler Biker-Stammtisches übernahmen den Abschluss des Umzuges. Auch sie waren in guter Kerwelaune und dröhnten mit ihren Maschinen durch die Esthaler Hauptstraße.

Kerweredd

Am Dorfplatz begrüßte Bürgermeister die Kerwebesucher und lies die alte Katharinenglocke per Knopfdruck läuten. Dietmar Kaiser und Madeleine Herter die traditionelle “Kerwe-Redd”. Wie die Jahre zuvor wurden wieder von besonderen Ereignissen im Dorf berichtet und von kleinen und großen Missgeschicken, die den Bürgern im Verlauf des letzten Jahres widerfuhren.

Im Bürgerhaus gab es anschließend Kaffee und Kuchen bei den Frauen der kfd. Eine Fotoausstellung zeigte den geschichtlichen Verlauf der Katharinenkirche.

Auf dem Festplatz war ein reichhaltiges Angebot an Unterhaltung und Geselligkeit geboten. Endlich wieder ein Autoscooter, sehr zur Freude des Jugend. Für die Kleinen gab es ein Kinderkarussell. Speisen und Getränke gab es in den Festzelten des ASV und der Familie Kaiser und in dem neu eröffneten Restaurant „Esthaler Bürgerstübl“. Der Musikverein lud ein an seine Sekt-Bar. Crêpes- und Süßwarenstand ergänzten das Angebot der leckeren Genüsse. Enten angeln, Schießen und Werfen gab es an anderen Ständen.

Am Montagabend sangen die Eschdler Bergbauernbuam beim ASV Festzelt und begeisterten die Gäste. Auch hie und da wurde sogar das Tanzbein geschwungen.

Bis Dienstagabend wird noch auf der Eschdler Kerwe 2023 zünftig gefeiert. Dann wird sie mit viel Geheul und Gejammer zu Grabe getragen.

 

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